Mittwoch, 30. August 2017

Einen Tag Sommerferien



Ich schließe die Augen.
Es riecht nach Sommerferien.
Nach Sonne vom Frühstücksbrötchen am Gartentisch bis zum mahnenden „Jetzt kommt ihr aber bitte sofort ins Haus“- Ruf aus dem Küchenfenster.
Nach dem Kindheitsgeschenk der zeitlichen Unendlichkeit.
Nach Momenten ohne Sehnsucht, weil man an keinem Ort der Welt lieber sein wollte.
Nach vollkommener Zufriedenheit.
 
 


Ich atme tief ein - sanft legt sich der Duft von gemähtem Gras, Strohballen und einem süßlichen Hauch von Streuobst über all meine Sinne.
Langsam klettere ich die Leiter hoch.
Stufe für Stufe. Immer tiefer in die Krone des Baumes.
Ruhig steht er da. Die Jahre haben ihn gezeichnet und dennoch erstrahlt er in voller Blüte.
Welche Geschichten er wohl zu erzählen hätte, frage ich mich leise, während ich immer abwechselnd eine Frucht in meinen Korb und eine in meinen Mund lege.
Auf dem Küchentisch wartet Omas Apfelkuchenrezept.


Ich blicke durch den grünen Blättervorhang in die mich umgebenden Felder – Sommertagessonnenstrahlen sind der schönste Filter.
Vorfreude und die Leichtigkeit des Moments tragen mich nach Hause und den Teig in den Ofen.
Ich schmecke noch warme Streuseln, lächle, und nehme mir einen Löffel Sahne nach – selbstgebackener Kuchen ist das beste Mittagessen.

 
  
 

Ich schließe die Augen und fühle Sommerferien.

Dienstag, 1. August 2017

Von „Lebensparadoxen“


Alle notwendigen materiellen Dinge des Lebens in zwei Taschen -
aus der einen blickt mich der Zweifel fragend an, aus der anderen strömt ein Gefühl von Leichtigkeit.
Zwei Räder an einem Drahtgestell und Du -
meine treuen Begleiter durch dieses Abenteuer.





Manchmal ist man genau dann am glücklichsten, wenn man am wenigsten zu haben scheint.






Ich war so nah bei dir und mir zur gleichen Zeit
- wir waren zusammen alleine, aber niemals einsam.
Wir haben uns schweigend so viel erzählt
- haben Gedanken stets zur richtigen Zeit in Worte verpackt oder unberührt gelassen.
Ich war gefangen im Moment -
im leuchtenden Grün der Weinberge, im kühlen Wasser der Mosel, in den weltbesten Campingkochernudelgerichten, im weichen Schlafsack im Zelt neben dir
- und noch nie hat sich Gefangenschaft so frei angefühlt.







Manchmal versucht man beständig zu rasten und kommt genau dann an, wenn man unterwegs zu sein scheint.




Zuhause packe ich meine Taschen aus:
Ein Hauch Zufriedenheit mit einer Note purer Lebensfreude strömt aus und legt sich sacht über alle Oberflächen.
Dankbarkeit und das Versprechen diesem Duft noch lange nachzuspüren, finden ihren Platz im Notizheft.



Manchmal sind es die kleinen Reisen, die einem neue Welten öffnen.